DEUTSCHBALTISCHE STUDIENSTIFTUNG

BALTISCHER JUGEND- UND STUDENTENKONGRESS
„Woanders neu anfangen (müssen)“
(Zwangs-)Migration und das Baltikum
22. - 25. September 2016 in Lauenburg und Lüneburg

INFORMATIONENPROGRAMM | ANMELDUNG

Seit Ende 2014 erlebt Europa eine Migrationswelle – die sogenannte „Flüchtlingskrise“ – die nur von den massiven Flucht- und Vertreibungswellen im Geschehen und Nachhall des Zweiten Weltkriegs übertroffen ist. Neben den konkreten organisatorischen Herausforderungen, vor denen vor allem Bürgermeister und Landräte stehen, dominieren mehr oder minder diffuse Ängste und Sorgen in der Bevölkerung den öffentlichen Diskurs. Ein „Wir können das schaffen“ der Bundeskanzlerin entwickelt nicht die Zuversicht eines „Ja, wir schaffen das“ der Zeichen­trick-Figur „Bob der Baumeister“, sondern wird in Teilen der Bevölkerung als weiterer Beleg für die Entfremdung „der Politiker“ vom „Volk“ wahrgenommen. Vor dem Hintergrund dieser Situation droht mehr denn je die Tatsache aus dem öffentlichen Bewusstsein zu geraten, dass auch ohne unmittelbares Kriegs- und Gewaltgeschehen europäische Geschichte immer auch eine Geschichte permanenter Migrationsbewegungen war. Der Baltische Jugend- und Studentenkongress 2016 will seine TeilnehmerInnen mit der Vielfalt von Formen und Gründen freiwilliger und erzwungener Migration konfrontieren und ihnen eine Möglichkeit bieten, sich im interkulturellen Dialog mit verschiedenen Aspekten des Themas auseinanderzusetzen. Die gemeinsame Geschichte von Deutschbalten, Esten, Letten und Russen, und die jüngere Geschichte und Gegenwart der baltischen Staaten eignen sich als besonders gut als Beispiel, da in diesem Ausschnitt der gesamteuropäischen Entwicklung sich geradezu beispiellos alle Formen und Gründe von individueller wie kollektiver Migration aufzeigen lassen: Von der sogenannten „Aufsegelung“ niederdeutscher Kaufleute, Adeliger und Missionare im 13. Jh. über religiöse Verfolgung (die sogenannten „Raskolniki“ Ostlivlands) und die vielfachen Flucht- und Vertreibungswellen im 20. Jahrhundert zur massenhaften Arbeits­migration baltischer Bürger v.a. seit dem EU-Beitritt 2004.


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BALTISCHER JUGEND- UND STUDENTENKONGRESS 2014

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Die Deutsch-Baltischen Gesellschaften