DEUTSCHBALTISCHE STUDIENSTIFTUNG

SCHWERPUNKTSEMINAR BIELEFELD
„Gemeinsame Geschichte – Gemeinsame Erinnerung?“


26. bis 29. Oktober 2017 in Bielefeld

Das Schwerpunktseminar Bielefeld wird in Kooperation mit der Stadt Bielefeld und im Rahmen der 30-jährigen Städtepartnerschaft zwischen Bielefeld und Weliki Nowgorod organisiert.

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Was ist eigentlich „Geschichte“? Und was sind „Geschichtsbilder“? Gibt es eine „historische Wahrheit“? Geschichte ist mehr als nur „Vergangenheit“, mehr als „was und wie es früher einmal war“. Wie wir Geschichte sehen und verstehen, bestimmt auch, wie wir unsere Gegenwart sehen. „Geschichte“ ist nicht langweilig und staubig, denn mit „Geschichte“ werden auch im Europa des Jahres 2017 politische und finanzielle Ansprüche begründet, aber auch Gewalt legitimiert.
Unterschiedliche Geschichtsbilder trennen Menschen – stärker als die Frage nach dem Lieblingsfußballverein. Das beste Beispiel ist die unterschiedliche Betrachtung des Zweiten Weltkriegs in Deutschland, Russland und den baltischen Staaten:
In Deutschland stellt eine Erinnerungskultur der Demut und des Schuldeingeständnisses die Grausamkeit des Nazi-Regimes in den Vordergrund. In Russland wird – ganz in der sowjetischen Tradition – jedes Jahr an den Sieg über den Faschismus erinnert. Und im Baltikum? Hier zeigt sich – vor allem in Estland und Lettland – wie die Geschichte eine Gesellschaft trennt: Ist das Ende des Zweiten Weltkriegs Befreiung oder nur der Wechsel von einem Besatzungsregime zum anderen?
Können wir überhaupt von einer „gemeinsamen europäischen Geschichte“ sprechen? Wie sollen und können wir mit so unterschiedlichen Geschichtsbildern umgehen? Und wie damit, dass Geschichte politisch instrumentalisiert wird?
In Bielefeld machen wir uns gemeinsam auf die Suche nach Antworten.

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