DEUTSCHBALTISCHE STUDIENSTIFTUNG

Intensivkurs Tartu 2014
„Meinungsfreiheit in den Baltischen Staaten des 20. und 21. Jahrhunderts“
Rolle der Medien bei der Bewahrung und Wiederherstellung von Demokratie?
unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Peeter Tulviste

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Die großen Katastrophen des 20. Jahrhundersts, insbesondere der Zweite Weltkrieg, wurden in erster Linie durch Eingrenzung der Demokratie und Meinungsfreiheit ermöglicht. Sehr oft hing dies mit der Entwicklung der neuen Medien zusammen. Adolf Hitler und Josef Stalin zum Beispiel verwendeten die damals neuen Medien Radio und Kino sehr effektiv für ihre Propagandazwecke, Wladimir Iljitsch Lenin und Mao Zedong Straßenkampagnen, sowie große farbige Plakate. Viele Menschen fühlten sich diesen Diktatoren gegenüber wehrlos, nicht zuletzt, weil ihnen der Umgang mit und die negativen Seiten der neuen Medien zuvor noch unbekannt waren. Auch heute noch werden die besten Wahlergebnisse von denjenigen verbucht, die es verstehen, mit Medien umzugehen und die Öffentlichkeit zu manipulieren. Besonders betroffen ist meistens die junge Generation, die sich von Neuem begeistern lässt, aber oft nicht imstande ist, die zahlreichen Tricks der politischen Werbung zu durchschauen. Die Gleichschaltung der Bürgergesellschaft und der unabhängigen Medien wird dadurch auch heute noch vereinfacht und möglich. Diesen Entwicklungen gilt es vorzubeugen, indem die jungen Vertreter der Bürgergesellschaft mit positiven und negativen Seiten der Medien, insbesondere der neuen Medien früh genug vertraut gemacht werden. Es sollten ihnen sowohl die Chancen als auch die Gefahren der Medien vorgeführt werden und sie sollten sich über diese Themen miteinander grenzenübergreifend austauschen können. Die Freiheit der baltischen Staaten und ihrer Bürger war in der Geschichte immer eine bedrohte Freiheit; dies scheint trotz der Freude über die wiedergewonnene Unabhängigkeit 1991 und der Erfolge der letzten Jahre auch für die Zukunft zu gelten. Die Zukunft der baltischen Staaten und die deutsch-baltisch-russischen Beziehungen hängen in erheblichem Maße von der jungen Generation in Estland, Lettland und Litauen, sowie den Menschen in ihren Nachbarländern, die sich für das Baltikum interessieren und engagieren, ab. Eine besondere Rolle kommt dabei aktiven Teilhaber/innen der Bürgergesellschaft in diesen Ländern, sowie in ganz Europa zu. Nur dann, wenn die Zivilgesellschaft aktiv bleibt und die Menschen sich aktiv gegen Unrecht jeglicher Art wehren, auch wenn dieses sich erst in Ansätzen zeigt, kann es vermieden werden, dass die Geschichte sich in Europa wiederholt. Nur dann kann ein friedliches, freiheitliches und demokratisches Miteinander gewährleistet werden und ein neues glückliches und wohlhabendes Europa gebaut und bewahrt werden.
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Die Deutsch-Baltischen Gesellschaften